BUXTEHUDER TAGEBLATT Mo., 28. Okt. 2019

HANSESTADT BUXTEHUDE

Bockentien geht durch die Decke

Ausstellung im Zwinger eröffnet: Die Bilder, Objekte und Rauminstallationen des Künstlers strotzen vor Frische und Inspiration

Von Sabine Lepél

BUXTEHUDE. Wenn ein Künstler demnächst 70 Jahre alt wird und eine Ausstellung mit dem Titel „alles was bleibt" präsentiert, wäre eventuell eine große Retrospektive zu erwarten, ein Querschnitt durch viele Jahre Schaffenskraft. Doch bei Folkert Bockentien ist das anders.

Die Werke - Bilder, Objekte, Rauminstallationen - ,die Folkert Bockentien derzeit im Buxtehuder Zwinger zeigt, sind kein Blick zurück in die Vergangenheit, sondern strotzen vor Frische, Aktualität, Kreativität und Inspiration. Und sie lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Der Künstler ist sich auch bei seiner dritten Ausstellung im Marschtorzwinger treu geblieben, denn alles was bleibt, scheint für ihn nach wie vor der kontinuierliche Wandel, die Veränderung zu sein. „Und die Liebe“, wie Folkert Bockentien bei der Eröffnung der Ausstellung im Marschtorzwinger am Sonnabend sagte. Bockentiens Werke sind dort noch bis zum 15. Dezember zu sehen. Allein seine Installation „Durchbruch“, einziges Objekt im Erdgeschoss des Zwingers, lohnt den Besuch der Ausstellung, denn das an die drei Meter hohe Werk zeigt beispielhaft, wofür der 1949 in Flensburg geborene Künstler steht: „Eine Kunst, die nicht ausschließlich schön ist, sondern eine Bedeutung hat“, wie es Bockentiens Künstlerkollege Matthias Weber bei seiner Einführung in die Arbeit des Weggefährten formulierte.

Das imposante Werk, das aus dem aufgebrochenen Boden des Zwingers herausgeschossen zu sein scheint wie eine Rakete, zeugt zudem von dem meisterhaften Können des vielseitigen Mannes und Handwerkers, der für die Inszenierung des „Durchbruchs“ nicht etwa auf echte Ziegelsteine oder Fliesen zurückgegriffen hätte, sondern alle Details der im wahrsten Sinne des Wortes überragende  Arbeit in seinem Buxtehuder Atelier mit den eigenen, begabten Händen anfertigte. Alles Fake.

Herausgekommen ist eine täuschend echte Vorstellung von einer Wirklichkeit, deren Interpretation der Künstler dem Betrachter überlässt. Der „Durchbruch“ wirkt wie ein Tatort, wie eine Fliegerbombe oder auch ein Kirchturm mit metallischem Glanz. Und wie eine Mahnung: „Passt auf, was passiert, sonst geht das Ding irgendwann durch die Decke", wie Weber es formulierte.

Eine Treppe höher eröffnet sich Bockentiens Welt: Der Mann, der laut seiner Homepage schon viele Rollen in seinem Leben gespielt hat und unter anderem bereits Schiffskoch, Fischverkäufer, Erzieher, Rezitator, aber vor allem Künstler und Gestaltungstherapeut war, transportiert den eigenen Willen zur kontinuierlichen Veränderung und seine große Sammelleidenschaft in den kreativen Prozess und verdichtet diese lebensgestalterischen Eigenschaften zu aussagekräftigen, teils lyrischen, teils humorvollen Kunstwerken.

Lyrisch, wie bei dem Werk „Nagel“, das drei an verschiedenen Orten gesammelte Fundstücke so organisch miteinander verbindet, als gehörten sie schon immer zusammen.

Humorvoll, wie bei „Statt Orchester“, eine Installation von Gitarren-Nachbildungen, die nur so tun als seien sie funktionierende Instrumente und die Bockentien irgendwann als kurioses Konvolut im Internet gefunden hat. Nun haben sie ihre Funktion in der kreativen Welt des Folkert Bockentien gefunden.

Der Künstler, der seine Inspiration aus den vorgefundenen Materialien bezieht - darunter Staubsaugerbeutel, Aldi-Kartons oder alte Fahrkarten - gibt dem Werkstoff ein zweites, anderes Leben in einem neuen, ästhetischen Kontext. Alles, was Bockentien wie zufällig in die Hände fällt, hat Glück gehabt. Der selbst ernannte „Offshore Künstler“ schafft es, aus scheinbar Wertlosem etwas unglaublich Schönes zu schaffen.

 

Ausstellung

Folkert Bockentiens Ausstellung „alles was bleibt" ist noch bis zum 15. Dezember in Buxtehude, Marschtorzwinger (Liebfrauenkirchhof), zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag 11 bis 18 Uhr.

 

www.bockentien.de

BUXTEHUDER TAGEBLATT

STADER - BUXTEHUDER - ALTLÄNDER - TAGEBLATT   vom  24.11.2016

 

„grenzenlos“:

Exponate von ungeheurer Kraft

 

BUXTEHUDE. Die Worte der Malerin Ruth Albrecht gehören zu jenen Eintragungen im Gästebuch, die die Kunst, die zurzeit im Zwinger zu bestaunen ist, trefflich beschreiben: „Welch eindrucksvolle Ausstellung metaphorischer Exponate der zeitlosen großen Themen Arbeit, Geld, Freiheit. Bravourös umgesetzt und meisterlich gestaltet“. Die Worte sind an Folkert Bockentien gerichtet, dessen Ausstellung „grenzenlos“ noch bis zum 4. Dezember im alten Wehrturm willkommen heißt.

Im gedämpften Licht baumeln fünf Boote über blauem Grund. Sie scheinen zu schweben, lassen den Betrachter schweigen und die meditative, archaisch anmutende Szenerie, die sich ihm erschließt, stumm genießen. Am liebsten möchte man einsteigen in diese wunderschönen Boote, die aus Wellpappe gemacht sind, möchte mit ihnen irgendwohin aufbrechen – aufbrechen ins Helle.

Die bemerkenswerte Installation im Zwinger-Parterre lässt viele Interpretationen zu. Von Aufbruch spricht auch Folkert Bockentien. Von Neugier, von sich auf den Weg machen in einem der ältesten Transportmittel der Menschheit. Man mag auch an Flüchtlinge denken, an Gondeln in Venedig oder an ein sanftes Schaukeln im Mutterleib. Schier 1000 Dinge fallen einem ein, wenn es um Schiffe geht und um Folkert Bockentiens fünf Boote, die im Zwinger die Tür zu einer Ausstellung öffnen, die mit ihren fantastischen Bildern, Siebdrucken und Exponaten „grenzenlos“ über Grenzen hinweg das Leben an sich und Wege zu neuen Ufern in den Mittelpunkt rückt. „Ich habe Kunst immer als Möglichkeit genutzt, verschüttetes Material aus der Seele nach oben zu holen“, sagt Folkert Bockentien, der Kunsttherapeut, dessen Werke immer wieder zeigen, wie sehr sie mit einem Prozess tiefsten Nachdenkens, Erforschens und Hinterfragens Hand in Hand gehen. Das ist großartig.

Ein Stockwerk höher wird der Besucher vom sanften Gurgeln einer der Installation von Joseph Beuys nachempfundenen „Honigpumpe“ empfangen – Symbol für den ewigen Kreislauf – und betritt eine Welt aus Arbeit und Geld. Mit Geld und seinem Stellenwert von Anbeginn der Zeiten hat sich der Künstler seit der Einführung des Euro intensiv beschäftigt. Akribisch hat er sich auf Spurensuche begeben und ist bei diesem philosophischen Exkurs tief in die Geschichte eingetaucht. Das Ergebnis wird im Zwinger auf Heller und Pfennig dokumentiert und spiegelt sich in „Demak“ wider und in aus Bettverpackungen gemachten riesigen Steingeldscheiben, die wundervoll gefertigt und anzusehen sind. Fasziniert und inspiriert hat den Künstler dabei das Steingeld von der im Pazifik gelegenen Insel Yap, das im Hamburger Völkerkundemuseum ausgestellt ist und das wechselvolle Schicksal des yapesischen Volkes dokumentiert.

Durch Wirtschaft und Staat wird Geld erzeugt. Geld wird hier durch Arbeitslohn erwirtschaftet. Und so nimmt unter den Exponaten die Installation „Arbeitsplätze“ den Blick gefangen, ein kafkaesk anmutendes, mit 17 gusseisernen Lochern bestücktes Arrangement, das betriebliche Abläufe spiegelt, aber ebenso die Unfreiheit, die Eintönigkeit und die Seelenlosigkeit im Arbeitsalltag. Folkert Bockentiens „grenzenlos“ eröffnet Bilder- und Gedankenwelten von ungeheurer Kraft, die niemanden unberührt lassen.

Am Sonntag, 4. Dezember, um 15 Uhr beginnt im Zwinger die Finissage. Bis dahin ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr und sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

BUXTEHUDER TAGEBLATT  24.09.2012

Der Künstler als Langzeitbeobachter

Folkert Bockentiens Ausstellung „Quintessenz" im Marschtorzwinger zeigt Installationen, Skulpturen und Bilder aus 20 Jahren

VON ANPING RICHTER

BUXTEHUDE. Wer genau hinsieht, wird belohnt. Bei Folkert Bockentien kann Stahl auf den zweiten Blick zu Holz werden oder auch zu Keramik. So hält er fest, wie sich Dinge verändern. Wie seine Ausstellung im Zwinger zeigt, kann er das auf viele Arten.

Tick: Eine fast leere. Tack: Eine fast volle. Tick, tack, tick, tack wechseln sich die mit Blei ausgegossenen Holzkisten ab, die Folkert Bockentien in einem großen Kreis wie die Markierungen einer Uhr aufgestellt hat. „Ebbe und Flut“ heißt das Stück, das Folkert Bockentien hier zum ersten Mal aufgebaut hat und öffentlich zeigt. In einer Kiste ist das Blei über die Ränder gelaufen und  auf dem ziegelroten Fußboden in einer silbernen Pfütze erstarrt. Ein Bild an der Wand zeigt eine Wetterkarte, Hoch und Tiefdruckgebiete über Europa am 16. Februar 1962, dem Tag, an dem der gleichförmige Rhythmus von Ebbe und Flut gebrochen wurde.

„Bei ihm ist alles erlebt und durchgearbeitet“, sagt der Stader Künstler Matthias Weber, der das Eröffnungspublikum am Sonntag in Bockentiens Leben, sein Werk und in diese Ausstellung einführt. Das Meer zu erleben, hat Bo¬ckentien tatsächlich schon viel Gelegenheit gehabt: 1949 in Flensburg geboren, war er Matrose und Schiffskoch, lebte auf der Insel Föhr und viele Jahre lang auf den Halligen Gröde und Langeneß. Heute lebt er in Buxtehude, geht aber noch immer gern am Strand spazieren, sammelt Strandgut und verarbeitet es. Einige der verwandelten Fundstücke sind in der Ausstellung zu entdecken: Backsteine alter Ziegelöfen, vom Meer rund gescheuert, hat er in großen Mengen nach Hause geschleppt und wieder zu ihrer ursprünglichen runden Form zusammengesetzt.

Andere Backsteine stammen von Hallig-Häusern, die Sturmfluten zerstörten. Die Bewohner haben sie aufgesammelt und verbaut, insgesamt drei Mal, bevor Bockentien sie dann aufhob. Er hat sie wie Briketts in Sechserstapeln aufgetürmt und mit einer handlichen Verpackung umhüllt. Sie stehen so zusammen, dass sie wie Häuschen aussehen. Die Ziegel haben genau die Farbe und Form der Ziegel im Zwinger.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Lemm zeigte sich davon entzückt, wie gut diese Ausstellung in den Marschtorzwinger passt. Bockentien hat die Werke nicht für diesen Raum angefertigt, aber er hat sie bei der Aufstellung perfekt eingepasst und nimmt auch bei der Installation „gefangen“ mit Vogelbauern im oberen Stockwerk die runde Form des Wachturms auf. Die Käfige, aus denen je ein pinker Federball leuchtet, sind auf lange Eisenstangen gelötet und stehen auf einer schweren Platte, die ganz nach rostigem Stahl aussieht. Es ist aber keiner. Anfassen erlaubt.

Die Ausstellung „Quintessenz" mit Arbeiten von Folkert Bockentien aus 20 Jahren ist vom 25.September bis 21. Oktober täglich außer montags im Buxtehuder Zwinger zu sehen.

Hamburger Abendblatt 27.09.2012

„Quintessenz“ aus 20 vielfältigen Künstlerjahren.

Kulturbüro zeigt Werke von Folkert Bockentien im Buxtehuder Marschtorzwinger

Buxtehude. Schiffskoch, Erzieher, Rezitator, aber vor allem Künstler und Gestaltungstherapeut: Folkert Bockentien hat nach eigenen Angaben schon viele Rollen in seinem Leben eingenommen. Als "Offshore-Künstler" gestaltete er im Jahr 2010 die Kunstinsel auf der Este und schuf mit "Ballance 1" ein Objekt, das an ein Seezeichen erinnert. Noch bis zum 21 .Oktober präsentiert er nun in seiner aktuellen Ausstellung "Quintessenz. Installation, Skulptur, Bilder - Arbeiten aus 20 Jahren" seine Werke im Buxtehuder Marschtorzwinger.

Folkert Bockentien wurde 1949 in Flensburg geboren. Seine Affinität zu den Materialien, mit denen er arbeitet, entstehe beiläufig. "Vorgefundenes Material ist das, was inspiriert", sagt Bockentien. Zum Beispiel findet er Rundhölzer, Möbelteile und Planken an Stränden, Vogelkäfige in Schrebergärten oder Holzschachteln auf dem Weg zum Bäcker. Durch die Bearbeitung der Materialien und das Arrangement der Elemente entstehe eine Spannung aus Vorgefundenem und Erfundenem, von ehemaliger Funktion und neuem ästhetischem Zusammenhang.

Im Marschtorzwinger werden die Werke "Umzugsgepäck", "gefangen", "Nachlass" und "Ebbe und Flut" sowie Bilder zu sehen sein. In seinem Projekt "Umzugsgepäck" geht es um Vergänglichkeit und Wandel. Ein Ensemble mit je sechs Ziegelsteinen, die etwa 300 Jahre alt sind und drei Mal in einem Haus verbaut waren, gehören als Teil zur Installation. Immer wieder mussten die Besitzer den Naturgewalten der Nordsee nachgeben, auf ihrer Hallig mehrere Hundert Meter weiter ein neues Haus errichten - die Steine aber nahmen sie mit. Der Künstler wirft die Frage auf "Was ist es wert, mitzunehmen, wenn man einen Ort verlässt?" - und interessiert sich für die Energie und Kraft, die dahinter steckt.

In seinem Projekt "gefangen" hält Bockentien eine Momentaufnahme fest: Federbälle in einem Vogelkäfig. Mehrere dieser Käfige bilden einen Kreis, in den die Besucher eingeladen sind, hinein zu treten. "Wie aus einer dynamischen Flugbewegung gerissen, erscheinen die Federbälle in ihrer Käfig-Gefangenschaft eingefroren", so Bockentien. "Ebbe und Flut" und "Nachlass" sind Bodeninstallationen. Die eine, "Ebbe und Flut", besteht aus 43 Kisten in unterschiedlicher Höhe gefüllt mit Blei. "Nachlass" besteht aus verschlossenen, metallisch wirkenden Keramikkisten.

"Quintessenz. Installation, Skulptur, Bilder - Arbeiten aus 20 Jahren", Ausstellung mit Werken von Folkert Bockentien, Buxtehuder Marschtorzwinger, geöffnet bis 21. Oktober jeweils dienstags bis freitags von 16 bis 19 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

Buxtehuder Tageblatt                                            Montag,12.April 2010

Schwimmende Kunst auf der Este

Bürgermeisterin Christel Lemm würdigte die Installation des „Offshore Künstlers“ Folkert Bockentien

BUXTEHUDE. Schwimmende Kunst in Buxtehude: Am Sonnabend hat die stellvertretende Bürger­meisterin Christel Lemm (SPD) im Stadtpark die Ausstellung der zweiten Kunstinsel auf der Este offiziell eröffnet. „Für mich ist es ein Seezeichen, das auf dem Was­ser tanzt", sagte Lemm. Es sei ein „farbiger Willkommensgruß".

Bis Herbst 2010 können nicht nur Buxtehuder die an ein See­zeichen erinnernde Installation von Folkert Bockentien, der als bildender Künstler und psychoanalytischer Kunst- und Gestaltungstherapeut in Buxtehude und Hamburg unterwegs ist, betrach­ten. Sein Werk dokumentiert auf eine spielerische Art und Weise unter anderem das labile Gleichgewicht zwischen Ebbe und Flut „Mein bewegliches Objekt auf der Kunstinsel ist ein farbiges Willkommenssignal an die Este", sagt der Künstler selbst.

Die „Kunstinsel" ist ein Kind des in Dammhausen lebenden Künstlers Jürgen K. F. Rohde, der seinen Kollegen und Kolleginnen eine schwimmende Plattform ge­ben wollte. Er selbst machte im vergangenen Jahr den Anfang und enterte den kleinen Ponton mit seinen „Rhombonaden", die einerseits ein maritimes Muster erkennen ließen, andererseits an asiatische Objekte erinnerten.

Rohde freute sich über das „heitere und vielschichtige Kunstwerk " seines Nach­folgers und lobte die hervorragende handwerkliche Ausführung. Das Thema Balance sei letztlich eine „philosophische Metapher für das Leben". Rohde zog Parallelen unter anderem zur kinetischen Kunst von Rebecca Horn und Jean Tinguely. Der Buxtehuder Folkert Bockentien wiederum bezeich­nete Rohde als den Begründer der „Offshore-Kunstwerke" in Buxtehude. Die Idee zu dem Kunstwerk sei ihm am Strand der nordfriesi­schen Insel Sylt gekommen. Dort entstand aus Treibgut eine kleine Skulptur - als Vorbild für die zweite Kunstinsel. „Diese Objekte entstehen meist noch am Strand", sagte Bockentien.

Mehr als 50 Kunstfreunde nah­men die Gelegenheit war, sich vor Ort mit dem Werk auseinander­zusetzen. „Das, was mich faszi­niert, ist das labile Gleichgewicht zwischen Ebbe und Flut", so der Künstler. Gezeiten seien viel mehr als der sichtbare Ausdruck der Schwerkraft, sie prägten Mensch und Natur - und seien zu Metaphern für das Leben ge­worden. Die Installation „Balan­ce l" sei nicht so berechenbar wie Ebbe und Flut, hier werde aus der Bewegung ein ästhetisches Ver­gnügen oder, wie der Künstler sagt, ein meditatives Erlebnis. Im Restaurant „Din Hau" direkt an der Este hängt eine Doku­mentation über das Kunstwerk und seine Entstehung an der Wand. (bv)

Wieder ein Kunstwerk beschädigt

Zerstörungswut ungebrochen

Wieder einmal haben Unbekannte in Buxtehude ein Kunstwerk beschädigt. Diesmal ist die maritime Installation von Folkert Bockentien am Stadtpark betroffen. Die beiden Kugeln an den Auslegern sind weg, und ein Ausleger ist abgeknickt. Susanne Wiegel vom Buxtehuder Kulturbüro findet den Vorgang "sehr ärgerlich". Es ist nicht die erste Zerstörung: Zuvor war bereits die Katze mit Bügel von Otmar Alt im Stadtpark beschädigt worden, die Has'- und Igel-Figuren der Märchengesellschaft waren aus der Verankerung gerissen worden, und auch die "Figur 1000" von Horst Antes am Geesttor wird immer wieder verbogen.